Gerd Dudenhöffer spielt Heinz Becker:
"KOSMOPOLIT oder Die Welt ist (s)eine Spielwiese"

Kosmopolit: Ein Wort, das zahlreiche lebendige Assoziationen vom interessierten, aufgeschlossenen Weltbürger auslöst, dem man großzügig Attribute wie Toleranz, Offenheit und Flexibilität attestiert. Der Heinz Becker-Kenner jedoch erahnt blitzschnell, dass sich dahinter wohl das ausgedehnte Themenspektrum dieses passionierten Schmalspurdenkers verbirgt.
Wohl wahr. Denn: Während sich Heinz Becker auf der Bühne entspannt auf einer eigens kunstvoll gestalteten Gartenscholle lümmelt, kommt er so von Hölzchen auf Stöckchen. Für ihn ist es da völlig klar, dass es einen Zusammenhang zwischen beispielsweise einem verschnarchten Kundendienstler für Wäschetrockner und der „zusammenbrechenden Wirtschaftskrise“ gibt.
Alte oder neue Armut, Aids, Sextourismus oder der Wellness-Trend - Heinz Becker geht eben quer durch den Garten. Und wenn er sich dabei gerade den Planeten auf die Größe eines Vorgartens stutzt, treibt’s ihn förmlich zum Wort-Ikebana: Die Krise verdankt dem berühmten „Dominaeffekt“ das massive Bankensterben und den sinkenden Leitzins, weil, ja, „weil letschten Endes die Leit das bezahle“.
Mit „Kosmopolit“ liefert Gerd Dudenhöffer wieder einmal ein kabarettistisches Kabinettstückchen und beweist sich einmal mehr als Meister köstlichster Wortverdreher, körperlich fühlbarer Kunstpausen und messerscharfer Pointen. Gnadenlos stellt er das Publikum vor die großen Fragen unserer Zeit. Und da ist auch Heinz Becker ganz Kosmopolit, dem kein Anzug zu groß und keine Scholle zu klein ist.
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